Schlangen in Ahmedabad im Sack, Aufnahmegerät eingemottet, Notizblock tief unten im Rucksack verstaut: Urlaub. Zwei Tage in Indien zusammen, bevor jede von uns ihrer Wege geht. Als letzte gemeinsame Station dieser Indienreise hatten wir uns Udaipur ausgesucht, ein Abstecher nach Rajasthan.

Die Beschreibung im Reiseführer klang schon vielversprechend: “Umrundet von ockerfarbenen Hügeln…” Ganz so ockerfarben waren die Hügel nicht mehr, denn vor knapp zwei Wochen hatte die Regenzeit auch in Rajasthan eingesetzt. Kurz nach den ersten Regenfällen erblühte alles und aus ockerfarbenen wurden saftig grüne Hügel, die man leider auf dem Bild nicht wirklich sehen kann.

10.07.2013

Zischelnde Götter

Einen Großteil unserer letzten gemeinsamen Woche haben Leila und ich in Ahmedabad, im Bundesstaat Gujarat, verbracht. Dort in der Nähe lebt der Stamm der Wadi. Ein ursprünglich nomadisches Volk, das sich über Jahrhunderte  seinen Lebensunterhalt mit Zaubertricks und Schlangenbeschwörung verdiente.

Rückblick, Bhopal, November 2012: Diwali, Lichterfest in Indien. Bunte, blinkende Lichterketten überall an allen Häusern. Kurz nach Mitternacht knistert es an unserer Steckdose im Hotel, dann fällt der Strom aus – wie schon so oft zuvor. Stille, Dunkelheit und zwei kaputte Ladegeräte für unsere Laptops, die leider noch am Stromnetz hingen. Was hat das mit heute zu tun? Es war eine unserer nervigsten Erfahrungen mit dem indischen Stromnetz, mit Stromausfällen, kaputten Leitungen und Kabeln. Am Ende unserer ersten gemeinsamen Reise hatten wir uns entschieden, bald ein Stückchen über Indiens Energiepolitik zu basteln oder besser: über Indiens neue Atompolitik.

Seit Ende der 60er Jahren gehört Atomstrom, wenn auch nur zu einem sehr geringen Anteil von etwas mehr als zwei Prozent, zum Energiemix Indiens. Seit ein paar Jahren verfolgt die Regierung nun krasse Pläne, mehr Atomkraftwerke zu bauen – gar die größte Atomkraftanlage an einen der schönsten, idyllischsten Orte Indiens zu setzen. Und da sind wir natürlich hingefahren…

Küste in der Nähe von Jaitapur

Nicht wieder runterfallen...der letzte Abgrund war verhängnisvoll

 

Unglaublich aber wahr: Immer mehr Inder lernen Deutsch. Wir haben für DRadio Wissen im Goethe-Institut und an einer Schule gefragt, warum um Himmelswissen die Inder zusätzlich zu den vier oder fünf Sprachen, die viele sprechen, auch noch Deutsch lernen.

“Wir sprechen Deutsch…” (nachhören bei DRadio Wissen)

23.06.2013

Delhi vs. Mumbai

Wer eine Großstadt besucht und dann ein Häkchen dahinter macht, à la “War ich schon, hab ich schon gesehen, brauch ich nicht noch mal”, sollte sich das gut überlegen. Delhi ist – oder besser war – so eine Stadt für mich. Ich wurde eines Besseren belehrt. Bei  Mumbai ist es immer wieder so.

Drei Tage Delhi im Jahr 2009 sind einfach nicht zu vergleichen mit zwei Wochen 2013 – und Delhi hat mein Herz erobert. Leila und ich haben daraufhin ein Delhi vs. Mumbai durchgespielt…

Am Humayun-Mausoleum in Delhi - Vorlage fürs Taj Mahal

Leila und ich haben eine Kinderbank in Delhi besucht. Das Ergebnis kann man bei DRadio Wissen nachhören.

– Indische Kinder kümmern sich als Banker selbst um ihre Geldgeschäfte. Das ist auch nötig, auch wenn es nur um ein paar Cent geht. –

In Indien müssen derzeit zwölf Millionen Kinder ihren Lebensunterhalt selber verdienen, nicht wenige von ihnen leben auf der Straße. Mit diesem Leben kommen weitere Probleme auf die Kinder zu: Oft wird ihnen nachts das am Tag mühsam verdiente Geld gestohlen, immer wieder geraten Kinder auf die schiefe Bahn.

Alles richtig gemacht! So lautet das Fazit unseres Abstechers in die Berge nach Mussoori. 30 bis 35 Grad, leichter Wind, Ruhe, saubere Luft, kurzum…wir hätten auch noch länger bleiben wollen in diesem Paradies in etwa 2000 Metern Höhe. Die einzige Gefahr – man selbst, wenn man Abkürzungen an Abhängen wählt…

Täglich an der Camel-Back-Road entlang


Kategorien