1.12.2009

Waesche waschen, baden und dann trinken

Ueberraschend schnell und puenktlich kamen wir am 24.11. in Varanasi mit dem Zug an. Die Stadt gilt als heilig fuer Hindus, vor allem das Ganges-Wasser, in dem sie alles machen und das auch so aussieht: sie waschen sich, ihre Waesche und leiten Abwaesser ein. Sogar die Toten werden vor der Einaescherung in Ganges-Wasser getaucht, die Asche anschliessend ueber dem Fluss verstreut. Kein Wunder, dass etwa 1,5 Millionen Bakterien in 100 Millilitern Ganges-Wasser stecken. In Deutschland sollen Freibaeder bereits ab einem Wert von 500 geschlossen werden - laut Reisefuehrer. Vor ein paar Jahren wurden sogar Leichen im Ganges entsorgt - der heilige Fluss als Muellhalde. Angeblich laichen nicht einmal mehr Malariamuecken hier. Und die Tatsache, dass der seltene Ganges-Delfin blind ist, verwundert zunaechst nicht, auch wenn die Blindheit nicht durch die Verschmutzung des Flusses entstanden sein soll. :-)

Morgenbad im Ganges

Saris am Ghat

Trocknende Saris und Tuecher am Ghat sieht man taeglich - besonders in den Morgenstunden. Ghat sind uebrigens die Treppen, die zum Ganges hinunterfuehren. In Varanasi soll es mehr als 70 geben, darunter auch einige wenige “Burning ghats”, wo die Toten verbrannt werden. Fotos sind hier natuerlich verboten und wir waren froh, dass wir als Auslaender wenigstens aus der Ferne bei dieser Zeremonie zuschauen durften, bei der die Leichen, die in farbige Gewander gehuellt sind, zuerst zum Ganges getragen, ins Wasser getaucht werden und anschliessend auf einem kleinen Scheiterhaufen verbrannt werden. Die Holz-Spezialisten in Varanasi wissen genau je nach Holztyp, edel oder einfach, und nach dem Gewicht des Toten, wie viel Holz sie fuer die Einaescherung verwenden muessen.

Muell im Ganges

Doch nicht nur der Ganges bestimmt unser Bild von Varanasi - auch die vielen Kuehe, die einfach durch die schmalen Gassen der Altstadt laufen oder dort liegen, bleiben uns im Gedaechtnis. Manchmal musste man ganz schoen aufpassen: Kuh von rechts und von vorne. So viele Kuehe auf den Strassen haben wir in keiner anderen Stadt gesehen.

Kuh in der Strasse

Die Altstadt in Varanasi ist so komplex, ueberall zweigen kleine Gassen ab, in denen man sich als Fremder leicht verlieren kann. Einziger Orientierungspunkt ist der Ganges mit seinen Ghats. Gelangt man zu den Treppen, kann man einfach am Flussufer zum passenden Ghat schlendern und die steilen Stufen wieder hinaufsteigen. Neben Kuehen bestimmen uebrigens auch Ziegen, Hunde und Affen das Stadtbild.

Baum in der Strasse

Affe mit Banane

Lohnenswert ist auch eine Bootsfahrt auf dem Ganges. Wir sind zu einem Fort auf der anderen Ganges-Seite gefahren, in dem frueher der Maharadscha gelebt hat. Das Museum war eher klein und schlecht aufbereitet, aber der Blick auf den Ganges unvergesslich, sowohl vom Boot als auch vom Fort aus.

Ganges am Abend

Ganges am Abend

Wir sind gerade in Jaipur, fahren aber in wenigen Stunden bereits nach Delhi. Die Anreise dauert immer einen Tag, auch wenn es nur 250 Kilometer sind. Morgen (02.12.) bilden wir uns  in einem Kochkurs weiter, den mir Malte zum Geburtstag geschenkt hat. Mit einer Inderin gehen wir zunaechst alle Zutaten auf dem Markt einkaufen und dann weiht sie uns in die Geheimnisse der nordindischen Kueche ein.

Uns geht es super, wir geniessen Indien und die letzen Tage unserer Reise! Ich will gar nicht zurueck, sondern weiter durch Indien reisen. Bin wahrscheinlich im meditativen Reisestadium angekommen, in dem es unheimlich viel Spass macht, jeden zweiten Tag die Stadt zu wechseln, in ein neues Hotel einzuchecken und Sehenswuerdigkeiten anzuschauen.

Kommentare

He Ihr Weltenbummler , es macht Spaß mit Euch zu reisen, Danke Papa

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