Thailand, Thailand - du zwiespältiges Land. Ich kann nicht schreiben, ich mag dich nicht, doch ich mag dich, das wäre auch gelogen. Vielleicht waren meine Erwartungen durch die Erzählungen anderer einfach zu groß, doch Thailand gefällt mir bislang am wenigstens. Gründe gibt es genug: die Thais, mit denen wir bislang zu tun hatten, waren äußerst unfreundlich - wahrscheinlich einfach, weil wir Touristen waren. Die Preise sind ganz schön happig und wir haben das Gefühl übers Ohr gehauen zu werden. Bei vielem muss man aufpassen, dass man nicht in eine Falle tappt: Möchte dir ein freundlich wirkender Thai auf der Straße helfen und erzählt dir beiläufig, dass der Königspalast gerade geschlossen ist oder irgendeine andere Sehenswürdigkeit, glaub ihm kein Wort. Will dir einer eine super günstige Fahrt mit dem Tuktuk oder Taxi anbieten, glaub ihm kein Wort. Sagt dir einer, der Weg zu einer Sehenswürdigkeit, sei viel zu lang, glaub ihm kein Wort. Wir sind bislang noch in keine Falle getappt, weil wir den Lonely Planet vorher bzw. direkt auf der Fahrt nach Bangkok gelesen haben, in dem fast alle Tricks detailliert beschrieben werden. Doch viele Thais haben es zumindest versucht, uns übers Ohr zu hauen. Weder in Vietnam, noch in Kambodscha ist uns das passiert und diese Masche nervt noch mehr, als dauernd fragende Tuktuk-Fahrer oder Verkäufer. Das Wetter spielt auch nicht richtig mit. Wir wollten eigentlich ein bisschen am Strand entspannen - ertsmal auf der Insel (Ko) Phi Phi, doch bereits auf der Überfahrt mit der Fähre, zogen dunkle Wolken auf, der Wind fegte alles von Bord und die hohen Wellen spritzen uns klitschnass.
Auf unserer Entdeckungstour auf der Insel suchten wir am ersten Nachmittag auch vergeblich den im Reiseführer beschriebenen wunderschönen Palmenstrand mit türkisblauem Meer - es war Ebbe. Dafür fanden wir fast überall diese Tsunami-Hinweisschilder und ein Rettungsgebäude im Falle eines erneuten Tsunamis.
Seit der Katastrophe von 2004, bei der Ko Phi Phi komplett zerstört worden war, hat man - laut Infotafeln - versucht, die meisten Gebäude sicherer zu bauen und Rettungswege deutlich zu kennzeichnen. Viele Freiwillige waren Anfang 2005 nach Ko Phi Phi gekommen, um die Korallenriffe von Schutt und Müll zu befreuen und die Infrastruktur wieder aufzubauen. Heute merkt man nichts mehr von der einstigen Zerstörungswut der Flut.
Der Strand hat wunderschöne abgelegene Abschnitte, aber leider auch sehr viele Touristen, vor allem sehr junge, die in diesem Teil der Insel Ballermann-Atmosphäre kreieren. Abends und nachts ertönt laute Partymusik aus den zahlreichen Clubs und Kneipen, betrunkene Jugendliche torkeln durch die Gassen und betrinken sich aus kleinen bunten Eimern. Die so genannten “buckets” gibt es hier an jeder Ecke zu kaufen, mit kleinen Rum- und Tequilaflaschen, Cola-Dosen und anderen leckeren hochprozentigen Getränken - alles zum selber mixen.
Der schönste Tag auf der Insel war gestern, als wir eine Nachmittagstour zur anderen Phi-Phi-Insel gemacht haben. Ko Phi Phi besteht aus dem Teil Ko Phi Phi Don und Ko Phi Phi Lay. Letzterer ist unbewohnt und war Drehort für den Film “The Beach”. Auf unserer Tour sind wir nicht direkt dorthin gefahren, sondern erstmal zum Monkey-Beach, wo Affen frei herumlaufen und harmlose Touristen beißen.
Bitterer Ernst: Zunächst kletterte einer der Affen einem Mädchen aus unserer Reisegruppe auf den Rücken, zwei andere stürzten sich auf ihre Unterschenkel und einer biss sogar hinein. Man konnte sogar noch den Gebissabdruck sehen. Nach diesem seltsamen Abstecher, waren wir Schnorcheln. Das Wasser ist wirklich klar und nicht so tief rund um die Insel. Ich habe gelb-blau getigerte Fische gesehen, welche in Regenbogenfarben, Schwertfische und viele Korallen. Wunderschöne Unterwasserwelt!
Danach ging es dann zum Filmort, auch Maya Beach genannt.
Kein Wunder, dass die Location Scouts damals diesen Ort ausgesucht haben. Es ist ein wahres Paradies - wenn man sich die hundert Touris am Strand wegdenkt.
Nachdem Sonnenuntergang, den wir an Bord unseres Schiffes genießen konnten, sind wir dann zum ersten Mal in Thailand zufrieden ins Hotel zurückgekehrt. Leider geht es unserer Verdauung zum ersten Mal nicht mehr so gut, was den Thailand-Besuch auch etwas vermiest. Der gestrige Regen hat dann auch nicht geholfen, unsere Laune zu heben. Heute reisen wir erleichtert weiter nach Ko Pha-Ngan - eine weitere Insel auf der östlichen Seite der thailändischen Küste.