25.10.2009

Pol Pots Erbe

Gestern und heute haben wir uns das Tuol Sleng Museum, das ehemalige Gefaengnis des Pol Pot Regimes in Phom Penh angeschaut und die so genannten Killing Fields, wohin die Gefangenen nach dem Gefaengnis gebracht und ermordet wurden.

Es war sehr schwer durch die Zellen des Gefaengnisses zu gehen und sich vorzustellen, wie die Gefangenen damals dort angekettet auf ihren Tod gewartet haben mussten. Heute ist das Gefaengnis, das einst eine Schule war, ein recht friedlicher Ort mit zahlreichen Baemen und einer Wiese – fast idyllisch, wenn da nicht immer die Erinnerung an die grausame Vergangenheit waere.

Tuol Sleng

Zwischen 1975 und 1978 wurden in Tuol Sleng, auch S-21 genannt, mehr als 17000 gefangen gehalten, gefoltert und anschliessend zu den Killing Fields transportiert, um dort in Massengraebern begraben zu werden.

Tuol Sleng

In Kurzform wollten die Roten Khmer unter Pol Pot ein autarkes, kommunistisches Kambodscha schaffen. Alles Geld und Privatbeseitz wurde abgeschafft, Familien getrennt, und Menschen, die das Regime als Gegner identifizierte wurden in Gefaengnissen wie Tuol Sleng auf brutalste Art und Weise gefoltert und getoetet. Das Regime teilte die Menschen in “The Base People”, die Landbevoelkerung und “The new People”, die Stadtbevoelkerung, die als Gegner angesehen wurden, genauso wie Intellektuelle, alte Politiker und Militaers. Die Staedte wurden innerhalb weniger Tage komplett evakuiert. In Phnom Penh verblieben nur noch etwa 40.000 Menschen. Alle mussten auf dem Land in Lagern arbeiten, um genug Reis anzubauen und zu ernten, nach den Plaenen des Pol Pot Regimes.

Zelle

Am Ende wurden nicht nur die Gegner, sondern auch Anhaenger aus den eigenen Reihern der Roten Khmer getoetet. Hinter jedem und allem vermutete Pol Pot eine Verschwoerung.

Tuol Sleng

Akribisch dokumentierten die Roten Khmer ihre Folterungen und Hinrichtungen, jeder Gefangene wurde fotografiert und mit einer Nummer versehen. Im Gefaengnismuseum sind sie alle auf Tafeln zu sehen. Auch kleine Kinder waren unter den Opfern. Pol Pot wollte nicht die Gefahr eingehen der spaeteren Rache durch die Familienmitglieder.

Zellen Tuol Sleng

Die Zellen waren gerade gross genug, um sich setzen zu koennen. Eigenen Unrat mussten die Gefangenen in kleinen Metallboxen sammeln.

Tuol Sleng

Damit die Gefangenen ihrem Elend nicht fruehzeitig ein Ende machen und vom Balkon springen konnten, versahen die Roten Khmer alle Oeffnungen mit Stacheldraht.

Auf den Killing Fields, etwa 15 Kilomter suedlich von Phnom Penh wurden diese und viele andere Gefangene hingerichtet – insgesamt 129 Massengraeber gibt es dort.

Massengrab

Der Museumsbesuch und die Killing Fields sind wirklich bedrueckend. Man fragt sich staendig, wie so etwas passieren konnte, wie Menschen zu so etwas faehig sein koennen.

Kommentare

Hallo Nicole, es ist wirklich immer wieder erschreckend sich vorzustellen, daß solche unmenschlichen Taten in der ” modernen, aufgeklärten ” Zeit geschahen und immer noch vorkommen.
Ihr habt ja wirklich schon viel gesehen, deine Bilder sind klasse. Es ist auch beruhigend zu sehen, wie gut und munter ihr Beiden ausseht.
Weiterhin viele interessante Erlebnisse !

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