24.07.2013

Heilige Erleuchtung

Station zwei meiner Pilgerreise: der Santosh Puri Ashram in Haridwar – fünf Tage voller Ruhe, Yoga, Meditation und Karma Yoga. Leila und ich waren hier kurz an einem Nachmittag im Mai – nur zu Besuch. Nun kam das Experiment für mich: Kann ich das länger aushalten? Die Antwort: Ja und wie. Ich hatte auch sehr angenehme Mit-Gäste aus Deutschland und Bulgarien.

Ein Paradies, in dem viel wächst, was hier auf den Teller kommt

Und: Ich habe Mataji endlich kennen gelernt. Die Mutter des Ashrams, eine Deutsche, die vor mehr als 45 Jahren nach Indien kam.

Ihren Guru und späteren Ehemann und Vater ihrer Kinder auf einer Sandbank im Ganges kennenlernte und mit ihm dort acht Jahre lebte. Danach zogen beide in den Ashram und bauten ihn Stück für Stück aus und auf. Seine erleuchtete Seele, so erzählen es Mataji und ihre Kinder und alle, die daran glauben, ist mittlerweile im Nirvana. Am Morgen und am Abend wird immer an seinem Tempel Pooja abgehalten – Beten und Singen.

Blick aus meinem Zimmer auf den Tempel

Nach fünf Tagen kenne ich mich mit den ganzen Ritualen noch nicht wirklich aus. Ich habe ein bisschen mitgesungen und beobachtet, aber Abstand zum religiösen Glockenläuten und Götteranbeten gehalten. Viel mehr habe ich mich mit nicht-religiösem Yoga befasst – und Ayurveda.

Sechs, sieben Bücher habe ich im Ashram gelesen

Ich wusste gar nicht, dass Yoga eine ganze Lebensphilosophie ist. Was bei uns allgemein als Yoga gilt sind lediglich die Asanas – Übungen. Aber sie sind nur ein kleiner, wenn auch wichtiger, Teil von Yoga. Und es gibt viele Yogaformen…und damit meine nicht Power-Yoga oder Lachyoga. :) Fazit: Ich bin nun stolze Besitzerin einer Yogamatte und versuche, mein geringes Anfangswissen auszuweiten.

Der Ashram liegt übrigens direkt am Ganges, am heiligen Fluss. In Uttarakhand hat es vor ein paar Wochen sehr, sehr stark geregnet und viele Regionen waren überflutet. Seine Heiligkeit hat die Ungläubigen gestraft, sagen sehr viele Hindus, die ich getroffen haben. Wegen des schlechten Karmas vieler Pilger. — Dem stimme ich zwar absolut nicht zu, aber rationale Argumente helfen bei Diskussionen über Karma wenig.

Auch hier in Haridwar sieht man noch die Folgen der Überflutungen. Der Ganges fließt nun bedrohlich nah am Ashram vorbei.

Zehn Meter hinter dem Ashram - das Haus im Hintergrund steht nur noch zur Hälfte

In den ersten beiden Tagen meines Aufenthaltes stürzten immer wieder Bäume in die reißenden Fluten. Der Fluss fraß sich Stück für Stück in die Erde hinein. Kaum zu glauben, dass hier noch mindesten zehn bis 15 Meter mehr Landmasse waren, als Leila und ich hier im Mai standen.

 

Hier waren bestimmt zehn Meter mehr Landmasse

Direkt am Gartentor kann man den Ganges nun sehen

 

Kommentare

Liebe Nicole,

Sehr schön diesen Beitrag von dir zu lesen.
Nachdem wir nun seit 6 Wochen wieder zurück in DE sind, habe ich heute deine Karte mit dem schönen Bild gefunden :)
Ich hoffe dir geht es gut und du genießt Down Under.
Nicht vergessen : Yoga machen !!! ;)

Liebst
Leonie

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