Global Player India? Die deutsche oder internationale Sicht auf Indien lautet oft: aufstrebende Weltmacht. Wenn man in Indien ist, herumreist und nicht gerade in Neu-Delhi mit der Metro fährt, fragt man sich oft: Wo ist denn das aufstrebende Indien? Wenn Bauern mit Ochsenkarren auf Buckelpisten entlang der Felder rollen, Menschen aus Mangel an Toiletten auf den Feldern ihre Notdurft verrichten oder Kinder auf Decken auf den Bürgersteigen neben viel befahrenen Straßen unterrichtet werden – aus Mangel an Schulgebäuden, Lehrern und Unterstützung in normalen Schulklassen. Hunderte Beispiele könnte ich noch auflisten, aber natürlich auch zahlreiche, warum Indien zu einem Global Player heranwächst.

Was denken eigentlich die Inder über sich? Wie sehen sie ihr Land auf der globalen Landkarte? Das GIGA Institut in Berlin lädt zu einem Gespräch zu diesem Thema ein. “Aufstieg einer Weltmacht: Wie Indien die Welt sieht” heißt die Veranstaltung am 28.05.2014 um 18 Uhr. Ich bin gespannt, was die indischen Experten antworten!

Quo vadis Indien? Die GIGA-Experten haben dazu natürlich auch eine eigene Info-Sammlung. Sehr lesenswert, wenn auch wissenschaftlicher als Medienberichte.

Er wollte es und hat es geschafft: Narendra Modi ist Indiens neuer starker Mann an der politischen Spitze. Er hat die Massen im Wahlkampf überzeugt und muss nun abliefern. Die Armen wählten ihn aus Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufstieg, der Mittelstand aus Hoffnung auf weitere Reformen, seine Hindu-Anhänger aus Hoffnung auf mehr Macht und Präsenz in einem nationalistischeren, “hindustanischeren” Indien. Wie Modi das nun unter einen Hut bringen will? Eine Mammut-Aufgabe auf jeden Fall. Und er muss schnell handeln. Er wird gemessen werden an seinen Erfolgen als Premier im Bundesstaat Gujarat. Doch im Vergleich ist Gujarat nur ein winziger Ausschnitt Indiens.

Ich hoffe, dass Modi nicht alles unter das Diktat wirtschaftlicher Prosperität stellen wird. Indien braucht viele soziale Reformen und der Staat muss an die Weiterentwicklung außerhalb der vielen Boom-Städte denken. Auf dem Land fehlt es noch immer an Basisversorgung: Strom, Straßen, Sanitäranlagen und und und… Aber vor allem muss Modi an das Bildungssystem denken. Ein starkes Indien braucht ein starkes Bildungssystem, das an alle denkt und alle fordert. Nicht nur die, die es sich leisten können.

Wer Modi ist und wohin Indien nun wohl steuern könnte, darüber haben die deutschen Medien auch ausführlich berichtet. Die Kollegen auf dem Subkontinent haben eine breite, große Bühne für ihre Berichte über die Wahl bekommen. Das Interesse der deutsche Öffentlichkeit an Indien scheint ungebrochen.

tagesschau.de – Spalter oder Heilsbringer? Ein Porträt Narendra Modis (von Sandra Petersmann, 17.05.2014)

Süddeutsche Zeitung – Vision von einem starken Indien – Wahl von Narendra Modi (von Arne Perras, 17.05.2014)

Spiegel Online – Wahlsieger Modi – Was Indiens starker Mann jetzt anpacken muss (von Ulrike Putz, 16.05.2014)

Frankfurter Allgemeine Zeitung – Modi und die Rächer der Hindus (von Christoph Hein, 16.05.2014)

Zeit Online – Indien wird ein anderes Land sein (Kommentar von Jan Ross, 16.05.2014)

ZDF heute – Narendra Modi: vom Teeverkäufer zum starken Mann (Bericht, Video, Facts von Sunrita Sen und Doreen Fiedler, 16.05.2014)

 

Sieg für die Nationalisten bei der Parlamentswahl in Indien? Sieg für Narendra Modi und seine BJP? Hochrechnungen sagen dies zumindest voraus.

Einen hervorragenden Artikel über das Für und Wider dieser Entwicklung hat der Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Arne Perras, geschrieben. Lesen können sein Feature “Rechts rum” leider nur Abonnenten. Der Text wird in den kommenden Tagen sicherlich kostenlos abrufbar – und inhaltlich aber noch nicht veraltet sein. Lesenswert ist aber auch Perras’ Artikel vom 12.05.2014: “Diese Demokratie lebt”

Empfehlenswert sind auch:

“Was Indien jetzt anpacken muss” – ManagerMagazin von Arne Gottschalck

Indien im Wahljahr – Aufbruch oder Stagnation? - Dossier der Heinrich-Böll-Stiftung

 

Es gibt ein neues Buch über die Gulabi Gang, die Frauengruppe, die in pinken Saris für ihre Rechte kämpfen. Leila und ich hatten im vergangenen Jahr in einer Reportage über die Gruppe und ihre Anführerin, Sampat Pal, berichtet.

Die Journalistin Amana Fontanella-Khan hat nun ein Buch über die Gulabis und Sampat geschrieben. Es heißt „Pink Sari Revolution“. Ich habe es für den Deutschlandfunk rezensiert.

Andruck: Fontanella-Khan – “Pink Sari Revolution”

Hier noch mehr Infos zum Buch:

Amana Fontanella-Khan: Pink Sari Revolution. Die Geschichte von Sampat Pal, der Gulabi Gang und ihrem Kampf für die Frauen Indiens,

Verlag Hanser Berlin, 272 Seiten, 19,90 Euro
ISBN: 978-3-446-24503-7

 

 

Ahmedabad, Gujarat, Ende Juni 2013: Es war unser letzter Arbeitstermin, unsere letzten Interviews, die wir in Indien für die Arbeit führten. Der Termin war jedoch einer der aufregendsten, den wir je hatten.

Nun lief das Ergebnis bei Neugier genügt auf WDR 5 – Reinhören!

Eine aussterbende Berufsgruppe: Schlangenbeschwörer in Indien

 

13.11.2013

Tiere im Paradies

Jeden Morgen Sonne ab halb sechs, Strand, Yoga am Meer und gut gelaunte Menschen, die mich mit “Darling, how are you?” ansprechen – beim Bäcker, im Café oder auf dem Campingplatz. Australia rocks! Gestern früh in Hervey Bay am Strand kam ein älterer Herr auf mich zu, zehn Hunde um ihn und seine  Freunde herum und sagte: “Morgen musst du aber auch mindestens drei Hunde mitbringen, wenn du wieder hier lang läufst!” Lächelte und zwinkerte mich an…gute Laune – jeden Tag!

...von Heidi auf Fraser Island

Spaß, Sonne...gute Laune

Verrückt!!!

Und so tanzen wir durch Australien, auch wenn unser Campervan ein bisschen rummuckt und zuckt – der Kühlschrank läuft nicht richtig und meine Koje, das Penthouse, lässt sich nicht immer reibungslos öffnen. Dafür gab es jede Menge Tiere zu sehen in den vergangenen Tagen…und diese tollen Sonnenaufgänge.

Unglaubliche Szenen ereigneten sich am Sonntagmorgen in New Farm in Brisbane…nach eineinhalb Jahren haben Heidi und ich uns endlich wiedergesehen – und dieses Mal in Australien.

Die nächsten vier Wochen sind wir mir unserem Campervan unterwegs – außer ein paar Tage auf Fraser Island mit einem Vierrad-Jeep.

...Jucy Camping...und ich schlafe oben im "Penthouse"

Aber erstmal zurück zu Brisbane, das auch sehr, sehr sehenswert ist…


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