Ueberraschend schnell und puenktlich kamen wir am 24.11. in Varanasi mit dem Zug an. Die Stadt gilt als heilig fuer Hindus, vor allem das Ganges-Wasser, in dem sie alles machen und das auch so aussieht: sie waschen sich, ihre Waesche und leiten Abwaesser ein. Sogar die Toten werden vor der Einaescherung in Ganges-Wasser getaucht, die Asche anschliessend ueber dem Fluss verstreut. Kein Wunder, dass etwa 1,5 Millionen Bakterien in 100 Millilitern Ganges-Wasser stecken. In Deutschland sollen Freibaeder bereits ab einem Wert von 500 geschlossen werden - laut Reisefuehrer. Vor ein paar Jahren wurden sogar Leichen im Ganges entsorgt - der heilige Fluss als Muellhalde. Angeblich laichen nicht einmal mehr Malariamuecken hier. Und die Tatsache, dass der seltene Ganges-Delfin blind ist, verwundert zunaechst nicht, auch wenn die Blindheit nicht durch die Verschmutzung des Flusses entstanden sein soll.
Waesche waschen, baden und dann trinken
Auf der Suche nach Erleuchtung
Indien ist das Zentrum fuer Spiritualitaet und Religion - jeglicher Art. Vor allem natuerlich fuer den Hinduismus, aber es gibt auch ein Zentrum bzw. einen Pilgerort fuer Buddhisten: die kleine Stadt Bodhgaya. Hier soll Buddha, als Gautama Siddhartha, unter einem Baum, genannt Boddhi-Tree, erleuchtet worden sein. Wir standen auch unter diesem Baum - einem Ableger davon, da der Originalbaum bereits eingegangen ist - zusammen mit vielen kleinen und grossen Moenchen, die im November nach Bodhgaya pilgern, um genau hier zu meditieren.
Und auch “Mini-Moenche” waren dabei. Auch auf unserer ewig langen Zugfahrt sassen wir in einem Waggon mit vielen Moenchen im Teenageralter, die alle in ihren roten Gewaendern, den Alltagsgewaendern, nach Bodhgaya pilgerten. Die orangenen oder gelben Gewandern sind die edleren und werden fuer die Zeremonien angezogen. Gegen 12 Uhr mittags rannten alle ploetzlich Richtung Bodhi-Tree, zogen die orange-farbenen Gewaender an und fingen an, zu meditieren.
It’s tea time!
Darjeeling - weltbekannt fuer seinen Tee und eigentlich auch fuer den Blick auf den Himalaya, wenn da nicht der Nebel und die staendigen Wolken waeren. Trotzdem ist Darjeeling eine Reise wert - auch wenn sie ganz schoen lang sein kann. Wir sind gegen 22 Uhr in Kolkata mit dem Nachtzug aufgebrochen, waren gegen 8 Uhr morgens in Siliguri und mussten dann eine Holperpiste mit dem Jeep hinauf nach Darjeeling fahren - weitere vier Stunden. Hier lachen wir noch - wir hatten nur die Haelfte der Strecke hinter uns, danach wurde es richtig holprig und vor allem kalt.
Ich habe mir ein besonderes Andenken aus Thailand mitgenommen. Einige wissen es schon, andere noch nicht, und die wenigsten haben es bislang gesehen: mein Bamboo-Tattoo. Ich habe mir tatsaechlich ein traditionelles Thai-Tattoo stechen lassen, ganz ohne Maschine, aber mit Gebet und Zeremonie am 11.11.
Wiedersehen in Kolkata
Wir leben und sind gut in Indien angekommen und auch schon weitergereist. Die Internetverbindungen waren bislang nicht so super und ein Versuch, mit der Aussenwelt zu kommunizieren, ist klaeglich gescheitert. Aber jetzt! Wir sind bereits in Varanasi, der heiligen Stadt der Hindus, der Stadt am Ganges, in dem alle baden, waschen und auch davon trinken. Wie unsere Indienreise bislang war? Hier ein paar Eindruecke:
Das Beste zum Schluss
Die Welt hier ist so klein, man trifft Leute immer wieder. So trafen wir auch zwei polnische Jungs, die in England leben, Adam und Jakub, und die wir bereits an einem Abend auf Ko Phi Phi kennengelernt hatten, auf Ko Phangan wieder. Zufällig waren sie im selben Hotel. Da wir bis auf zwei Städte im Süden noch nicht so viel vom Inselinneren gesehen hatten, nahmen uns die Jungs auf ihren Squads mal mit in den Dschungel - kurz bevor wir die Insel per Boot verlassen haben.
Grandios war auch die Überfahrt: die Sonne schien und glitzerte auf dem türkisen Wasser, das Boot schäumte das Wasser auf und spritzte ab und zu meine Füße nass, denn ich saß am Bootsrand, Beine über dem Wasser baumelnd und hörte Bob Marley. Kann es etwas Schöneres geben? Vielleicht, aber das war schon sehr toll!
Nicht so toll war dann die Busfahrt über Nacht nach Bangkok. Wir kamen um vier Uhr morgens dort an und mussten noch zwei Stunden warten bis der Zug nach Ayutthaya fuhr, wo wir dann gegen neun ankamen. Fast 24 Stunden unterwegs machten wir uns dann mit unseren Fahrrädern auf, die alte Haupt- und Handelsstadt Thailands mit ihren vielen Tempeln zu erkunden.
Halfmoonparty im Dschungel
Seit wir in Thailand angekommen sind, beschweren wir uns nur, doch seit zwei Tagen, seit wir Ko Phi Phi verlassen haben und auf Ko Phangan auch noch Maya aus der Schweiz getroffen haben, ist alles besser. Wir hatten sogar Spaß als es Bindfäden regnete.
Als wir auf Ko Phangan ankamen, war das Wetter so schrecklich, dass wir fast schon wieder abreisen wollten. Doch was tun drei Mädels, um sich einen solchen Tag zu versüßen? Shoppen. Am nächsten Tag wurden wir für unsere Geduld mit dem Thai-Wetter belohnt: Sonne satt.
Wir haben einen Bambus-Bungalow direkt am Strand, der zwar nicht der schönste ist, aber man kann dort fernab von den Touristenhochburgen relativ abgeschieden entspannen.
Gestern Abend waren wir dann auf der berühmten Half-Moon-Party auf Ko Phangan. Im Gegensatz zu den noch berühmteren Fullmoon-Partys am Strand findet die Halfmoon im Dschungel statt. Der Ablauf ist ähnlich: Jede Menge DJs legen auf, der Alkohol fließt in Strömen und jede Menge Verrückte tanzen bis in die Morgenstunden.
Not as nice as in “The Beach”
Thailand, Thailand - du zwiespältiges Land. Ich kann nicht schreiben, ich mag dich nicht, doch ich mag dich, das wäre auch gelogen. Vielleicht waren meine Erwartungen durch die Erzählungen anderer einfach zu groß, doch Thailand gefällt mir bislang am wenigstens. Gründe gibt es genug: die Thais, mit denen wir bislang zu tun hatten, waren äußerst unfreundlich - wahrscheinlich einfach, weil wir Touristen waren. Die Preise sind ganz schön happig und wir haben das Gefühl übers Ohr gehauen zu werden. Bei vielem muss man aufpassen, dass man nicht in eine Falle tappt: Möchte dir ein freundlich wirkender Thai auf der Straße helfen und erzählt dir beiläufig, dass der Königspalast gerade geschlossen ist oder irgendeine andere Sehenswürdigkeit, glaub ihm kein Wort. Will dir einer eine super günstige Fahrt mit dem Tuktuk oder Taxi anbieten, glaub ihm kein Wort. Sagt dir einer, der Weg zu einer Sehenswürdigkeit, sei viel zu lang, glaub ihm kein Wort. Wir sind bislang noch in keine Falle getappt, weil wir den Lonely Planet vorher bzw. direkt auf der Fahrt nach Bangkok gelesen haben, in dem fast alle Tricks detailliert beschrieben werden. Doch viele Thais haben es zumindest versucht, uns übers Ohr zu hauen. Weder in Vietnam, noch in Kambodscha ist uns das passiert und diese Masche nervt noch mehr, als dauernd fragende Tuktuk-Fahrer oder Verkäufer. Das Wetter spielt auch nicht richtig mit. Wir wollten eigentlich ein bisschen am Strand entspannen - ertsmal auf der Insel (Ko) Phi Phi, doch bereits auf der Überfahrt mit der Fähre, zogen dunkle Wolken auf, der Wind fegte alles von Bord und die hohen Wellen spritzen uns klitschnass.
Two nights in Bangkok
Shoppen, ein paar Sehenswürdigkeiten abklappern und dann schnell in den Süden - das war unser Plan für Bangkok und den haben wir auch so in die Tat umgesetzt. Gestern habe ich ein fünf Kilo schweres Paket nach Deutschland geschickt und meinen Rucksack erleichtert für die restliches Hälfte unserer Reise, denn heute haben wir Halbzeit.Wir sind gestern Abend nach Phuket geflogen und fahren in einer Stunde weiter nach Ko Phi Phi - ausruhen, sonnen und vielleicht ein bisschen Wassersport. Hier noch ein paar Eindrücke aus Bangkok.
Man trifft sich immer mehrmals - in Südostasien. Manchmal auch vier Mal. Alba, die Spaniern, die wir bereits ganz am Anfang in Vietnam getroffen haben, dann in Hoi An, dann in Kambodscha, in Phnom Penh vergangenes Wochenende, haben wir gestern in Siem Reap wiedergesehen. An unserem letzten Abend in Kambodscha haben wir es uns richtig gut gehen lassen: einstündige Ganzkörpermassage mit anschließendem Khmer-Essen samt traditionellem Khmer-Tanz (Apsara) gemeinsam mit Alba und Luis.
Heute morgen sind wir nach Thailand aufgebrochen. Rasend schnell ging es im Taxi an die Grenze. Dort sind wir zu Fuß ein paar hundert Meter nach Thailand gelaufen. Die Grenze zwischen Poipet und dem thailändischen Aranya Prathet ist surreal: riesige Casinos säumen die Straße, alles grau in grau und staubig und der Geruch von Abfällen hängt in der Luft. Ganz leicht haben wir unsere 15-tägige Aufenthaltserlaubnis für Thailand bekommen - ohne Visum. Mit einem weiteren Stempel im Pass sind wir dann im Minibus in rekordverdächtigen zweieinhalb Stunden nach Bangkok gefahren. Unser Fahrer fuhr wie ein Berserker und wir sind nicht nur einmal fast auf andere Autos aufgefahren. In Bangkok haben wir ein wirklich sehr nettes Hotel in einer kleinen Seitenstraße der Backpackermeile Khao San gefunden. Beim Schlendern durch die Straßen bin ich dann auf eine Delikatesse gestoßen, die ich in Kambodscha noch verschmäht hatte: Maden und Heuschrecken.